Was ist eine Europaschule?
Was ist eine Europaschule?
Die Schule, die sich dem Zertifizierungsverfahren in NRW stellen möchte, muss
- eine weitere Fremdsprache anbieten. Dies ist an der Hauptschule ab dem Sommer 2008 mit „Niederländisch“ als Pflichtsprache ab Klasse 5 gegeben.
- Internationale Kontakte und Schüleraustausche nachweisen. Dies ist mit Leicester (GB) und Venlo (NL) ebenfalls regelmäßig der Fall. Übrigens kommen uns die englischen Schüler vom Judgemeadow Community College Leicester im September 2008 besuchen. Wir sind im Mai beim Valuascollege in Venlo erneut zu Gast. Es findet also bereits ein intensiver internationaler Austausch statt.
- ab Klasse 7 oder 8 bilinguale Unterrichtselemente (Stundenanteil 20 Minuten Fremdsprache und 25 Minuten in Deutsch) im Stundenplan haben. Dies wird zwar zur Zeit noch nicht praktiziert, soll aber im nächsten Schuljahr in den Fächern Erdkunde, Geschichte und Musik in Kooperation mit zunächst Englisch, später dann auch in Niederländisch durchgeführt werden.
- internationale Projekte durchführen. Dies wird zur Zeit im Fachbereich Musik und im Fachbereich Deutsch/Englisch („Wir schreiben ein Buch in verschiedenen Sprachen“) vorbereitet. Eine gemeinsame Präsentation der verschiedenen internationalen Schulen ist dabei ebenfalls in Planung.
- eine eindeutige Ausrichtung auf europäische Inhalte in verschiedenen Fächern ausweisen. Dies geschieht zur Zeit. Wenn diese Bedingungen über 2 Jahre praktiziert wurden, erhält die Schule den Titel „Europaschule NRW“. Diese Zertifizierung ist zunächst 3 Jahre gültig. Danach erfolgt jeweils eine erneute Evaluation. Viele werden jetzt bemerken: „Die haben aber viel vor. Können die das mit dem Schülerklientel überhaupt erreichen?“ Die Antwort heißt eindeutig: „Ja!“ Die Schüler der Hauptschule sind nicht schlechter als die Schüler der anderen Schulformen. Sie benötigen evtl. mehr Zeit, mehr Förderung und vor allem mehr Zuwendung als an anderen Schulformen. Dies ist demnach eine Frage des Engagements der Schule. Hinzu kommen unsere engen Kontakte zur EUREGIO und zu Gilde Opleiding, dem Ausbildungssystem der Niederlande. In zunehmendem Maße bricht der Ausbildungsmarkt in unserer Region zusammen. Es wäre sträflich, wenn man den boomenden Arbeitsmarkt in den Niederlanden vernachlässigen würde. Erste Schüler unserer Schule durchlaufen z.Zt. die Ausbildung in den Niederlanden mit Erfolg. Kein Schüler der Hauptschule bräuchte ohne Ausbildungsplatz zu bleiben, wenn er sich bemüht. (Allein in Venlo, Roermond und Horst gibt es 220 verschiedene Ausbildungsberufe, in denen man je nach Eignung in verschiedenen Niveaus aufgenommen werden kann!) Auch hier ist der Europagedanke aus meiner Sicht unabdingbar.
„Können wirklich alle Schüler dieses Ziel erreichen?“ Leider natürlich nicht! Schüler, die durch falsche oder keine Erziehung benachteiligt sind, werden mit diesem System Probleme haben. Schüler, die keinerlei Motivation zum Lernen mitbringen, werden Probleme haben. Es wird leider immer Schüler geben, deren Defizite auch die beste Schule nicht beheben kann. Wir werden aber weiterhin unser Bestes geben. Dies geschieht, indem in den ersten Wochen vor allem die Hauptfächer D, E, M und Sport unterrichtet werden.
Zusätzlich gibt es den Bereich „Lernen lernen“, „Benimmregeln“ und „Wie schreibe ich lesbar und ordentlich?“ Alle anderen Fachbereiche müssen sich der Priorität der deutschen Sprache zunächst unterwerfen. Zum Abschluss gibt es vor den Herbstferien eine Art Lernstandserhebung, in der die verschiedenen Förderbedarfe festgestellt werden. Diese und die Einschätzung durch Beobachtung der Schüler ermöglichen eine differenzierte Einstufung der Schüler.
Ab Klasse 5 erhalten alle Schüler zusätzlich „Niederländisch“ als Pflichtfremdsprache.
