Cannabis Haschisch Marihuana

Substanz

Cannabis ist eine Substanz, die aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa) hergestellt wird. Sie stammt aus der Familie der Maulbeergewächse und enthält unterschiedliche Wirkstoffe, die Cannabinoide. Die wichtigsten sind Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabinol und Cannabidiol. Die häufigsten Gebrauchsformen von Cannabis sind getrocknete Blütenteile der weiblichen Hanfpflanze (Marihuana) und aus dem Harz der Pflanze gewonnenes Haschisch. Sehr oft erfolgt die Aufnahme von Cannabis durch Rauchen, seltener durch Verzehr.

Geschichte

Cannabis gehört zu den ältesten Rauschmitteln und besitzt eine sehr lange Tradition als Nutz- und Heilpflanze. In China wurde Hanf schon vor 4000 Jahren für die Herstellung von Kleidern und Seilen und als Heilmittel verwendet. Wahrscheinlich hat sich die Pflanze über Indien in den Mittleren und Nahen Osten und dann über Europa bis nach Nord- und Südamerika ausgebreitet. Die bedeutendsten Anbaugebiete für die Haschischproduktion liegen heute im Nahen und Mittleren Osten (Türkei, Libanon, Afghanistan, Pakistan), in Nordafrika (Marokko) sowie in Thailand und Nepal. In Europa spielte Hanf lange Zeit eine wichtige Rolle zur Fasergewinnung. Die Rauschwirkung wurde hier zwar schon im 19. Jahrhundert bekannt, der verbreitete Konsum begann jedoch erst in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts. In Deutschland ist Cannabis das nach Alkohol und Nikotin am häufigsten konsumierte Rauschmittel.

Trends

Cannabis ist die in Deutschland am häufigsten verbreitete illegale Droge. Bevölkerungsumfragen zeigen, dass der Konsum vor allem bei jüngeren Personen zunimmt. Im Jahre 1997 gab ein Viertel der 18 bis 24-Jährigen an, jemals Cannabis konsumiert zu haben2 . 2003 war es bereits fast jeder zweite in dieser Altersgruppe1 . Etwa 15% der Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumieren einmal im Monat oder häufiger.1

Mehr als 13.000 Personen haben im Jahre 2004 wegen Problemen mit Cannabis Suchtberatungsstellen aufgesucht. Das sind viermal mehr als vor 5 Jahren.

Abhängigkeit

Durch langjährigen Dauerkonsum von Cannabis kann es zur Entwicklung einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit kommen. Die Abhängigkeitsraten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind niedriger als bei den legalen Drogen Alkohol (4%) und Nikotin (10%).6 Bei Cannabis sind es 2 bis 3 Prozent.5 Bei regelmäßigem Konsum über einen längeren Zeitraum stellt sich häufig eine Toleranz gegenüber der Droge ein. Infolge dessen müssen deutlich höhere Mengen konsumiert werden, um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Manche langjährigen Konsumenten berichten Entzugsbeschwerden, beim Versuch weniger oder nichts mehr zu rauchen 1 , (z.B. Schlafstörungen, Schwitzen, depressive Verstimmung, Gereiztheit).

Leistungsfähigkeit

Dauerhafter intensiver Konsum kann ein Nachlassen der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses, sowie der Konzentrationsfähigkeit bewirken.2,3,4 Bei vielen Dauerkonsumenten gibt es weiterhin Verschlechterungen bei der sprachlichen Ausdrucksfähigkeit 3 , der Lernfähigkeit und Aufmerksamkeit 2,3,4 , sowie der visuellen Wahrnehmung.1 Bei vielen Personen führen die Beeinträchtigungen zu Problemen in der Ausbildung oder im Beruf.

Weitere Risiken

Durch häufigen oder dauerhaftern Konsum von Cannabis kann es zu einer Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Lungenfunktionen kommen.

Test

Die nachfolgenden 11 Fragen sollen Anhaltspunkte zum Cannabiskonsum geben und gegebenenfalls helfen, den Konsum zu überdenken. Dabei handelt es sich um Kriterien für Cannabismissbrauch und -abhängigkeit, die von einer Expertenkommission der American Psychiatric Association (APA) formuliert wurden. Sie sind im weltweit verwendeten Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen (DSM-IV) veröffentlicht. Allerdings kann dieser Kurztest kein persönliches Gespräch ersetzen. Wer sich über den Cannabiskonsum unsicher ist, kann ein vertrauliches Gespräch in Beratungsstellen bekommen oder sich beim CANDIS-Projekt melden.

Wenn Du viele Fragen eigentlich mit “Ja” beantworten müsstest, dann denke nach und handle!

  1. Hast Du festgestellt, dass Du wegen Cannabis wichtige Pflichten bei der Arbeit, in der Schule oder zu Hause vernachlässigt hast? (z.B. wiederholtes Fernbleiben von der Arbeit/Schule, schlechte Leistungen, Schuleschwänzen, Vernachlässigung von Dir übertragenden Aufgaben.
  2. Hast Du wiederholt in Situationen mit körperlicher Gefährdung Cannabis konsumiert (z.B. beim Mofa-/Rollerfahren oder beim Bedienen vom Maschinen)?
  3. Bist Du wegen Cannabis wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt gekommen?
  4. Konsumierst Du weiterhin Cannabis, obwohl dadurch zwischenmenschliche Probleme verursacht oder verstärkt wurden (z.B. Streit mit dem Partner)?
  5. Hast Du festgestellt, dass die gleiche Menge an Cannabis oder Haschisch nicht mehr die gleiche Wirkung erzielt wie früher, oder musst Du für die gleiche Wirkung wie früher wesentlich mehr konsumieren?
  6. Hast Du festgestellt, dass bei Dir, wenn Du aus irgendeinem Grund kein Cannabis konsumieren kannst, irgendeine der folgenden Wirkungen auftritt: starkes Verlangen nach Cannabis, Reizbarkeit, veränderter Appetit oder starke Gewichtsveränderung, Ruhelosigkeit, Schlafstörungen, Niedergeschlagenheit, Schwitzen?
  7. Ist es Dir schon häufiger passiert, dass Du viel mehr oder viel länger Cannabis konsumierst, als Du Dir vorgenommen hast?
  8. Hast Du den Wunsch Deinen Cannabiskonsum zu verringern oder einzustellen oder hast Du es vielleicht sogar schon mal versucht?
  9. Hast Du festgestellt, dass Du sehr viel Zeit damit verbringst, Cannabis zu besorgen, zu konsumieren oder Dich von der Wirkung zu erholen?
  10. Hast Du festgestellt, dass Du Freundschaften oder Freizeitaktivitäten, die Dir früher wichtig waren, wegen Cannabis aufgegeben oder eingeschränkt hast?
  11. Konsumierst Du weiterhin Cannabis, obwohl Du festgestellt hast, dass körperliche oder psychische Probleme möglicherweise durch den Cannabiskonsum hervorgerufen oder verstärkt wurden?

Wenn Du Hilfe brauchen solltest, sprich einen Lehrer Deines Vertrauens an oder die Drogenberatungsstelle Kontakt-Rat-Hilfe Viersen e.V. Kreuzherrenstr. 17-19

41751 Viersen-Dülken Tel: 02162/9511-0 Fax: 02162/9511-50 e-mail: zentrale@krh-online.de

Drogenberatung Dülken