Zur Schulwahl 2012

Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte!

Welche Schule ist die „richtige“? Die Antwort ist einfach. Die Schule ist die richtige, die den Fähigkeiten und Möglichkeiten Ihres Kindes gerecht werden kann.

„Fähigkeiten und Möglichkeiten?“ – „Soll Schule diese nicht erst einmal entwickeln?“

Lassen Sie uns daher einen kleinen Ausflug in die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Neurowissenschaften machen. Ein Kind beginnt schon im Mutterleib mit dem Lernen. Die Kinder lernen in den ersten Lebensmonaten am intensivsten. Bereits mit 7 Jahren ist der Spracherwerb der Muttersprache abgeschlossen. Fast alle Kinder können bei der Einschulung Deutsch oder die jeweilige Muttersprache grammatisch korrekt sprechen. Diese Sprachgerüst ändert sich später nur in Nuancen. Die Basis steht fest! „Was sollen dann noch die Schulen mit ihrem Deutschunterricht erreichen können?“ Ab der Grundschule wird Sprache nicht mehr beigebracht, sondern man beginnt über Sprache nachzudenken. Die Schulen bewegen sich also auf der sogenannten Metaebene d.h. die Kinder benutzen z.B. die Grammatik unbewusst und müssen jetzt über diese nachdenken.

Aus diesem Beispiel entstehen folgende einfache  Gedankengänge:

Sie als Eltern und auch die Kindergärten haben die Grundlagen einer schulischen Karriere in jungen Jahren gelegt. Schulen können nun nur das aus Ihren Kindern „herausholen“, was Sie angelegt haben. Manches Kind hat seine Stärken im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich, andere haben Stärken in den Sprachen, wieder andere Kinder sind mehr auf Handgeschicklichkeit oder auf soziale Stärken erzogen worden.

Sie, liebe Eltern, müssen nun entscheiden, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten Sie in Ihren Kindern angelegt haben. Danach suchen Sie bitte die Schule aus, die diesen Stärken gerecht werden kann.

Alle Eltern sind von dem Gedanken geleitet: „Mein Kind soll es besser haben!“ Aber die eigenen Wünsche und Lebensträume auf die Kinder zu projezieren, endet nicht selten in Frust bei den Kindern, Druck auf die Kinder und letztendlich in Enttäuschung über die Kinder. Wenn das reale Ziel von Eltern das Glück ihrer Kinder ist, dann überfordern oder auch unterfordern sie ihre Kinder nicht. Bleiben Sie bitte realistisch. Damit ist die Wahl der „richtigen“ Schule nicht leichter geworden. Aber vielleicht fragen Sie doch mal Ihren „Bauch“. Dieser gibt Ihnen im Zweifelsfall die richtige Antwort. Und sollte eine Entscheidung sich doch als „nicht ganz richtig“ herausstellen, dann können Sie sicher sein, dass zumindest die Schwalmtaler Schulen so eng zusammenarbeiten, dass man rechtzeitig die Schulform wechseln kann, bevor das Kind größeren Schaden nimmt.

Arthur Siemes

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